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Nachhaltige Verpackungen

Nachhaltige Verpackungen - Verpackungen und der Umweltschutz.

Das Thema Plastik bzw. Plastikmüll und Nachhaltigkeit sind in aller Munde. In der Tagespresse erscheinen täglich neue Hiobsbotschaften und die gezeigten Bilder sind erschreckend. Doch Plastik ist nicht alternativlos. Bio-Folie oder Bio-Kunststoffen scheinen die Heilsbringer für eine saubere Umwelt und nachhaltige Verpackungen. Aber ist das wirklich so?  

 

Ist Bio-Folie eine nachhaltige und umweltschonendere Alternative zu herkömmlichem Kunststoff?

Es lassen sich heute schon Folien und Kunststoffe aus anderen, teilweise organischen, Materialien herstellen. So genannte „Biofolie“ wird eingesetzt wenn zusätzliche Umweltaspekte berücksichtigt werden sollen. Sie werden als umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Kunststoff gelobt. Es gibt aber durchaus auch Kritiker, die Bio-Folien sogar als gefährlich bezeichnen und deren Ökobilanz grundsätzlich in Frage stellen. 

 

Was ist Bio-Folie? 

Bio-Folie (oder auch Bio-Kunststoff) ist keine normierte oder geschützte Bezeichnung. Umgangssprachlich hat sich Bio-Folie als Oberbegriff für Folien etabliert, die umweltfreundliche Eigenschaften besitzen und/oder aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Dabei können umweltfreundliche Eigenschaften beispielsweise die Kompostierbarkeit oder die Wiederverwertbarkeit des Endproduktes sein. Es sind also sowohl die zugrunde liegenden Rohstoffe wie auch die Abbaubarkeit der Endprodukte von Bedeutung. 

Dabei steht aktuell die möglichst rückstands- und schadstofffreie Abbaubarkeit der Endprodukte nach deren Verwendung im Fokus der Diskussion. Grundsätzlich gilt eine Verpackung umso umweltfreundlicher, je weniger fossile Rohstoffe bei der Herstellung benötigt und CO2 bei der Herstellung ausgestoßen werden

 

Abbaubar oder kompostierbar? ASTM D6866 ? DIN EN 13432? 

Kunststoffe sind nicht per se schlecht. Es gibt durchaus Anwendungsfälle bei denen Produkte die technischen Eigenschaften der Kunststoffe benötigen und langfristig im Einsatz sind. Da sich bei herkömmlicher Folie der Herstellungsprozess nicht umkehren lässt (Kunststoff lässt sich nicht wieder in Erdöl umwandeln), werden diese beständigen Produkte in der Regel recycelt oder thermisch verwertet. Durch recyceln des Endproduktes kann der Rohstoff zumindest für immer neue Produkte verwendet werden. 

Produkte deren Verwendung von vornherein auf einen kurzen Zeitraum beschränkt ist, brauchen aber nicht aus einem Material mit hoher Beständigkeit produziert werden. Viel sinnvoller ist es in diesen Fällen Materialien zu verwenden, die sich in absehbarer Zeit zersetzen.

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Biologisch abbaubar bedeutet, dass Material durch biologische Prozesse in Wasser, CO2 und Biomasse zersetzt werden kann. Nach Europanorm EN 13432 muss dieser Prozess zu 90% innerhalb von 24 Monaten abgeschlossen sein.

Kompostierung ist ein von Menschen gesteuerter Prozess des biologischen Abbaus unter möglichst konstanten und idealen Bedingungen. Die EU Norm EN 13432 definiert dann auch die Kriterien, die gelten müssen damit ein Produkt als kompostierbar beschrieben werden darf.

Industriell kompostierbar ist ein Endprodukt, welches in einer Industriellen Kompostieranlage u.a. innerhalb von 6 Monaten zu mindestens 90 % durch Mikroorganismen in CO2 umgewandelt wird. 

Als heimkompostierbar gilt nach dieser Norm ein Produkt, wenn es innerhalb von 12 Monaten zu 90% in Wasser, CO2 und Biomasse zersetzt werden kann. Dabei wird davon ausgegangen, das ein Heimkompost nicht die idealen Bedingungen schaffen kann wie eine industrielle Kompostierung.

Grundsätzlich entsteht in jedem Fall der Kompostierung Biomasse die für die Landwirtschaft genutzt werden kann.

Problematisch kann es werden, wenn die Verweildauer in den industriellen Kompostieranlagen zu kurz ist, um den vollständigen Abbau der Biokunststoffe zu ermöglichen. Dann wäre noch unzersetzter Bio-Kunststoff in der Bio-Masse/Erde vorhanden. Daran hätten weder Landwirte noch Betreiber der Anlagenbetreiber Interesse. Daher ist Bio-Kunststoff in der Abfall-Industrie (noch) nicht so gern gesehen. Das kann auch dazu führen, dass eigentlich vollständig abbaubare Produkte doch in der Müllverbrennungsanlage thermisch entsorgt werden.

 

Was sind denn nun die Vorteile von Bio-Folie gegenüber herkömmlicher Folie?

Biokunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sollten von Herstellung bis Entsorgung weitestgehend CO2-neutral sein. Sie setzen beim Zerfall nur so viel CO2 frei, wie sie während des Wachstums aufgenommen haben. Ohne den Herstellungsprozess und Transport sind sie also CO2-neutral.

Bio-Kunststoffe, die nicht vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt sind, enthalten oft noch einen Anteil an Erdöl, werden aber dennoch als „Bio“ bezeichnet. 

Der größte Vorteil von biologisch abbaubaren Kunststoffen ist das sie – bei fachgerechter Entsorgung - deutlich weniger Schaden anrichten, wenn sie in die Natur gelangen. Sie zersetzten sich schneller als herkömmliche Kunststoffe und setzten dabei weniger bis keine schädlichen Zusatzstoffe frei.

 

Also ist Bio Plastik grundsätzlich und vorbehaltlos gut?

Neben der Entsorgung ist auch der Herstellungsprozess einer Verpackung ein wichtiger Baustein der Ökobilanz eines Produktes. Auch bei Bio-Plastik muss der zugrunde liegende Rohstoff in irgendeiner Art und Weise gewonnen werden. Die erfolgt in der Regel durch landwirtschaftlichen Anbau. Dafür werden Flächen gerodet, oder der Anbau tritt in Konkurrenz mit anderen Nahrungsmitteln. Werden gar wachstumsfördernde Stoffe oder Dünger eingesetzt, führt dies zu einer zusätzlichen Belastung der Umwelt. Es ist somit nicht nur von Bedeutung das Bio-Plastik einfach entsorgbar ist, sondern auch das der gesamte Herstellungs- und Transportprozess nachhaltig ist.

 

Wo ist denn das Problem?

In der täglichen Praxis liegt das Problem im Wesentlichen bei der Entsorgung der Produkte durch den Endverbraucher. Da ohne gesonderte Kennzeichnung Bio-Folie kaum von herkömmlicher Folie zu unterscheiden ist, wird Bio-Folie häufig im gelben Sack/Duales System oder im Restmüll entsorgt. Ganz so wie herkömmliche Folie. 

Erschwerend kommt hinzu, dass regional einige Müllentsorger beispielsweise die Entsorgung der Bio-Tüten im Bio-Müll untersagen, weil sie die Kompostierung stören würden und nicht von herkömmlichen Plastiktüten unterschieden werden könnten. Daher werden sie aussortiert und als Restmüll entsorgt und thermisch endverarbeitet (verbrannt).

 

Verbrennen statt kompostieren?

Verpackungen aus Bio-Folien können aus vielerlei Gründen im Restmüll oder gelben Sack landen:

  1. Müllentsorger, die untersagen das Bio-Folien im Bio-Müll entsorgt werden dürfen. Argumentation ist hier häufig das verschiedene Bio-Folien unterschiedliche Kompostierungszeiten haben und somit den gesamten Kompostierprozess behindern.
  2. Verpackungen, die vom Endverbraucher irrtümlich über den gelben Sack oder Restmüll entsorgt werden,
  3. oder schlicht die Unkenntnisse der Bevölkerung (stellen Sie sich vor, Sie entsorgen in einem Mehrfamilienhaus Ihre Bio-Plastikverpackung in der Bio-Tonne. Es dauert nicht lange und Sie bekommen Besuch vom Nachbarn)

Aber grundsätzlich schlecht ist die energetische Verwertung (Verbrennung) von Bio-Plastik in Entsorgungsbetrieben keinesfalls. Im Verbrennungsprozess werden die Bio-Kunststoffe größtenteils, wie auch bei der Kompostierung, in CO2 umgewandelt. Es wird dabei zwar keine Biomasse gewonnen, aber Energie in den Verbrennungsanlagen produziert.